Mittwoch, 13. August 2014
Sauerland eXtreme Radmarathon, 254 km / 4000 HM
"Die Streckenführung des Sauerland eXtreme ist nicht ohne. Nicht extrem lange Steigungsstücke sind die Schwierigkeit dieses Radmarathons, sondern die Vielzahl der Steigungen auf der gesamten Streckenlänge, die es zu überwinden gilt.
Ist der Hinweg nach Winterberg noch von einer langen Einrollphase mit anschließenden gleichmäßigen Steigungen geprägt, heißt es auf dem Rückweg immer beider Hände am Lenker zu behalten, die Augen auf die Straße richten und vorsichtig/defensiv fahren.
Plötzliche Richtungsänderungen, kurze aber heftige Steigungen hinter einer Kurve von bis zu 19 % verlangen von allen Teilnehmer/innen bis zum Schluss alles. Selbst etwa 4 km vor dem Ziel, wenn Mann/Frau mit den Gedanken vielleicht schon unter der wohlverdienten Dusche steht, heißt es noch einmal aus dem Ruhrtal hinauf nach Sölderholz. Wurde am Morgen, kurz nach dem Start die gleiche Erhebung noch locker bezwungen, muss jetzt nach rund 250 Km, der innere Schweinehund noch einmal bezwungen werden, um noch einmal, ein letztes Mal alles zu geben" (Dies eine kurze Beschreibung des Veranstalters der Strecke).
Ich startete mal wieder für das Cemex-Radsportteam (siehe Foto, ein Teil der Truppe). Da mich Axel in seinem speziellen Radbus von Köln - Holweide aus mitnahm, wollte ich ihn nicht zu lange warten lassen und startete auch um 6.30 Uhr mit den schnellen Cemex-Leuten, da ich wusste, das ein Großteil der Cemex-Gruppe um 7 Uhr erst starten wollte. Mir war von Anfang an klar, das ich nur einen Teilabschnitt mit den Leuten fahren kann. Wir waren zu fünft und nach einer kurzen Findungszeit ging es richtig los. Ich kam mir vor, wie in einem Sprinter-Express. Axel, der noch vor mehreren Wochen die Zweier-Team-Wertung beim RAAM gewonnen hat und Peter, der immer mit den stärksten Leuten z.B. beim Rad am Ring startete, gaben das Tempo vor. Wir rauschten an jeder Gruppe vorbei und einige sprangen auf den "Zug" auf. Anfangs machte das schon Spaß, ich musste ja nicht vorne fahren (hätte ich auch nicht gekonnt). Irgendwann war der Erste von uns weg (Kumpel von Axel, dem es irgendwie nicht gut ging und anhand seiner Watt - und Pulsdaten in Winterberg ausstieg). Andy, den ich auch von verschiedenen Events kannte (Rennrad,MTB)signalisierte mir Solidarität, wenn ich mein eigenes Tempo fahren will. Zuerst dachte ich ja noch, ich bleibe noch bis Winterberg dran (ca. 125 km), dann hatte ich Bedenken, das ich völlig überzocke, und meinte 100 km wäre für mich ja auch ok. Zum Wetter sei gesagt, das wir dem schlechten Wetter nachfuhren. Anfangs tröpfelte es ein wenig. Im Sauerland schüttete es ordentlich. Ungefähr bei km 95 musste ich mein Tempo fahren, sonst wäre ich irgendwann "geplatzt". Bis dahin hatte ich auf meinem Tacho einen 34er Schnitt im normalen Straßenverkehr mit einigen Höhenmetern dazu. Andy fuhr mit mir, war aber noch fitter, besonders bei den Abfahrten auf den nassen Straßen. Die Verpflegungsstellen waren hervorragend bestückt. In Winterberg bekamen wir sogar eine warme Mahlzeit, in die ich ordentlich Salz streute, weil ich Angst vor Krämpfen hatte. Besonders das Wetter in Winterberg war extrem. Ich zog eine 3/4 Regenhose und Regenjacke an und sah, wie andere froren. Einige, auch Andy, organisierten sich Plastiktüten für Körper/Socken.
Nach Winterberg wollte ich kein Risiko mehr eingehen und ließ Andy lieber fahren. Ich fand ein paar andere Leute, mit denen ich dann ganz gut fahren konnte. Überrascht war ich dann auch, als ich an einer Verpflegungsstelle Andy noch abklatschte, aber noch mehr überraschte mich, das da plötzlich Axel und Peter rumstanden. Irgendwas stimmte da nicht. Die Beiden waren gestürzt, wobei Axel noch glimpflich davon gekommen war, aber Peter hatte in der Leistengegend Schmerzen und überlegte, ob er weiterfahren sollte. Schließlich fuhren wir gemeinsam weiter und es wurde für mich wieder richtig anstrengend, denn es gab jede Menge steiler Rampen, die ich mit meiner Kompaktkurbel in den kleinsten Gängen fuhr. Die Fahrräder der beiden hatten auch was abbekommen. Peters Schaltauge war recht verbogen und er konnte nur noch auf den mittleren Zahnkränzen fahren. Unglaublich, wie er da, trotz Schmerzen, diese steilen Rampen hoch kam. Axel schob ihn da auch ab und zu an und ich musste Gas geben, um überhaupt an denen dran zu bleiben. Wir hatten noch einen jungen Typen bei uns, der tatsächlich bei diesen steilen Abschnitten auch anschieben konnte. An der darauf folgenden Versorgungsstelle hörte dann Peter auf. Ich musste sein Rad und ihn festhalten, er wäre alleine nicht vom Rad gekommen. Er wurde vom Veranstalter abgeholt. Ich ließ die anderen Beiden fahren und fuhr jetzt bei sonnigem Wetter alleine bis ins Ziel. Endlich konnte ich mal die Landschaft geniesen, von weiten sah man die Industriemonumente eingebettet in grüner, hügeliger Landschaft. Es kam ein einzelner Radfahrer an mir vorbei und eine Gruppe noch, wo ich dann doch nochmal versuchte mich dran zu hängen, aber ich war jetzt nicht mehr im Schnellzug-Modus sondern eher im Regionalbahn-Modus. So fuhr ich alleine weiter bei recht viel Gegenwind. Letztendlich fuhr ich auch noch einer falschen Markierung hinterher (ca. 5 km, mein Fehler), bis ich dann endlich im Ziel (wieder in Dortmund) ankam. Kurz bevor wir wieder losfahren wollten (nach Verflegung, Duschen, Rad einpacken) trafen wir die anderen Cemexsportler, besonders Hans (Organisator) und Eric (Chef), konnten uns noch ein wenig austauschen und uns bedanken.
Sonderpreis für Cemex.
Die Veranstaltung ist wirklich zu empfehlen. Eine tolle Strecke, sehr gute Versorgung, Makierung und für das kleine Startgeld (25 €) gibt es auch noch ein T-Shirt.
Montag, 4. August 2014
MTB - Alpenüberquerung 574 km, 12700 HM
Vom Bodensee zum Comer See und dann noch weiter ins Tessin bis in die Zentralschweiz (Luzern).
Recht kurzfristig plante ich eine MTB-Alpenüberquerung. Ich fand ein paar Eckdaten eines MTB-Veranstalters, der seine Strecke als wenig befahren und landschaftlich sehr reizvoll beschrieb. Das Level wurde schon für Fortgeschrittene beschrieben, wobei noch Luft war für absolute Könner. Ich druckte mir also ein paar Daten aus und dachte mir, auch ohne Navi werde ich mit Hilfe lokaler Karten die Strecke schon finden. Sergej, der wusste, was ich vorhatte, reagierte noch spontaner und überraschte mich in Lindau, wo ich mit der Bahn anreiste. Er fuhr mit seinem Auto runter, nachdem er in kürzester Zeit seine Sachen packte.
Unsere erste Unterkunft war eine Art von Backpackers, die mir gut gefiel, mit leckerem Frühstücks-Buffet. Das Wetter war recht warm und Lindau wirkte schon sehr mediterran.
1. Tag Lindau (D) - Nofels (A) ca. 76 km, 2000 HM.
Obwohl wir noch darüber sprachen, wie wichtig ein lockeres Einrollen ist, wurde es richtig anstrengend. An der Dornbirner Ach bemerkten wir, das wir eigentlich in Richtung Rheintal fahren sollten. Irgendwie reizte es aber mehr, da schon über die Berge zu fahren. Es war teilweise so steil, das wir uns öfters ausruhen mussten. Wir hätten zu jeder Zeit wieder zurück fahren können, aber nein, wir wollten weiter und so wurden wir mit langen Schiebepassagen (ca. 1,5 Stunden) belohnt. An einer Weggabelung lockte ein toll aussehender Trail, der bergab führte, allerdings die schwierigste Bergpfadkennzeichnung hatte. Zum Glück waren wir hier mal vernünftig und quälten uns weiter den Berg hoch, wo wir dann mit einer langen Abfahrt ins richtige Tal belohnt wurden.
Die Unterkunftssuche zog sich auch etwas in die Länge, die Touristenbüros hatten schon zu, aber schließlich fanden wir ein Hotel in Nofels (dicht an Liechtenstein).
Endlich oben
2.Tag Nofels - Gargellen ca.60 km, 1400 HM.
Wir fuhren ins Montafon bei schönem Wetter. Ins Gargellental wurde es anstrengender, weil es steiler hoch führte. Diesmal funktionierte es super mit dem "Tourist-Büro". Es hatte noch auf und für uns wurde eine nette,billige Unterkunft telefonisch gebucht. Diesmal hatten wir noch gut Zeit die Sonne auf dem Balkon zu genießen. Sergej lief noch ein paar Trails (schließlich startet er ja noch beim Inferno) und kam mit frischem Ziegenkäse von einer Alm zurück. Mit östereichischem Rotwein, Tomaten und leckerem Brot ließen wir es uns richtig gut gehen.
3.Tag Gargellen (A) - Davos (CH) ca. 44 km, 1500 HM.
Gleich am Morgen kurbelten wir Richtung Schlappiner Joch hoch. Es erwartete uns eine eineinhalbstündige Schiebe/Tragepassage den Gebirgspass hinauf. Oben auf 2200 m Höhe angekommen, wurden wir mit einem tollen Panorama belohnt.
Von weiten sah ich wie Sergej an den Gebirgsgewächsen zupfte und ich dachte schon, jetzt ißt er tatsächlich saftiges Almgras. Nein, er hatte heftiges Nasentropfen und stopfte sich das Gras in die Nase, in der Hoffnung auf baldigen Blutstopp. Nun denn, mit Zugabe von Schnee/Eis vom kleinen Schneefeld half es dann auch.
Ich muss dazu sagen, das Sergej einen wesentlich größeren Rucksack und ein 29er Fully hoch schleppte. Leider habe ich mich bei der "Abfahrt" verfranst. Sergej war wohl auf dem richtigen Weg, der zu einer Downhill-Piste geführt hätte. Ich sah nur an den Wegweisern, das wir nach Klosters mussten und so schleppten wir ca.500/600 HM unsere Bikes runter auf einem Gebirgsweg, der eigentlich nicht befahrbar war. Gut, ein paar Meter probierte man es dann doch. Von Schlappin aus konnten wir dann endlich wieder fahren bis Klosters Dorf, wo Sergej die Bahn zurück nach Bregenz nahm, um mit seinem Auto zurück nach Köln zu fahren.
Ich fuhr weiter nach Davos, fand dort eine Jugendherberge und hatte zum Glück noch Zeit meine Kniee im Davoser See zu kühlen.
4.Tag Davos - Bivio ca. 73 km, 2000 HM.
Diesmal wich ich von meiner groben Planung ab, da ich heraus fand, das mein geplanter Anstieg den höchsten, technischen Schwierigkeitsgrad hat. So fuhr ich Richtung Tiefencastel, mehr oder weniger im Tal, was aber auch teilweise heftige Trails aufwies. Einmal traf ich eine geführte MTB-Gruppe, die mir den weiteren Weg zeigte. Da konnte ich mal sehen, wie technisch gut die fuhren. Ich musste da öfters absteigen, besonders bei sehr ausgesetzten Trails, wo du keine Chance zum Stoppen oder Langsamfahren hast.
Von Tiefencastel fuhr ich Richtung Julierpass bis Bivio, was ca. 1800 Meter hoch liegt. Hier fuhr ich auch einige Asphaltwege. Das Wetter war immer noch phantastisch. Abends kam dann der erste Regen. Davor kühlte ich wieder meine Beine im eiskalten Gebirgsbach.
5.Tag Bivio (CH) - Nuova Olonio (I) ca. 80 km, 1200 HM.
Zum Glück war es morgens trocken, auch wenn dicke Regenwolken zu sehen waren. Ich hatte ein wenig Sorge, da ich ja den Septimer Pass fahren wollte und wußte, das die Abfahrt schwer ist und selbst wenn man gehen muss auf nassen Felsen mit Radschuhen ist das nicht so angenehm. Auf Schotterwegen fuhr ich erstmal hoch auf 2300 m Höhe.
Das Panorama war mal wieder traumhaft. Ich begegnete einem MTBiker, der mir entgegen kam und ansonsten sah ich nur ein paar Wanderer und Almhüter.
"Der anschließende Trail bis nahe Casaccia erfordert erhöhte Aufmerksamkeit und lässt jedes Bikerherz höher schlagen", dies ein Zitat aus meiner Tourenbeschreibung. Ihr könnt euch denken was das heißt, ich konnte wenigsten die Hälfte mit tiefgelegten Sattel fahren. Inzwischen regnete es und ich war froh als ich endlich sicher unten war.
Weiter ging es auf fast vergessenen Pfaden, Karrenwegen (der Römer) und auch Asphaltabschnitten durch kleine romantische Dörfer erstmal bis Chiavenna.
In Italien wurde es mit Wegmakierungen und Karten wesentlich schwieriger. Ich bin bis zum Lago di Mezzola weiter geradelt und suchte dort nach einer Unterkunft und dem Zugang zum "Tracciolino", eine spektakuläre durch senkrechte Felsen verlaufende und verlassene Eisenbahntrasse. Doch selbst in den Touristenbüros bekam ich kaum Informationen darüber. Am nächsten Tag sah das Wetter nicht besser aus, so überlegte ich mir eine andere Route.
6. Tag Nuova Olonia (I) - Bellinzona (CH) ca. 70 km, 2200 HM.
Zuerst fuhr ich zum Comer See, schließlich war das mein Alpenüberquerungs - Ziel.
Da ich noch Freunde in der Schweiz besuchen wollte, hatte ich schon zuhause nach einer möglichen Passbefahrung vom Comer See ins Tessin nachgesehen. Ich fuhr also an der Westseite des nördlichen Comersees entlang und versuchte noch Infos in Touristenbüros zu bekommen. Zum Glück bekam ich eine grobe MTB-Karte, anhand derer ich endlich den Zugang fand.
Von Dongo fuhr ich auf kleinen, steilen Asphaltwegen bis Garzeno. Hier gefiel es mir viel besser, als am touristischen Comersee. Den leckersten Cappuccino trank ich in einem kleinen Bergdorf. Radfahrer sah ich an diesem Tag in den Bergen nicht, nur ein paar Wanderer.
Ich konnte bis zur Rifugio San Jorio (auf ca. 2000 m) fahren, musste mich aber öfters ausruhen. Dort war ich bei dem Wetter der einzigste Gast und bekam eine leckere Gemüsesuppe. Die Leute waren so nett, das ich schon überlegte hier zu übernachten, schließlich wollte ich doch noch versuchen nach Bellinzona runter zu fahren, zumal es einigermaßen trocken war.
Vom Paso San Jorio (2010 m Grenze Italien/Schweiz) versuchte ich mal wieder einen möglichst befahrbaren Trail zu finden. Es ging höchstens mal ein paar Meter, ich musste wieder viel zu Fuß gehen. Zum Glück sah ich eine Alm mit einigen landwirtschaftlichen Fahrzeugen, da musste es bessere Wege geben. Davor überquerte ich mal zur Abwechslung eine Schneebrücke, unter der ein Bach floss.
Nach ca. 400 Höhenmeter Abstieg mit dem Rad, konnte ich sehr lange abwärts rollen bis zur schönen Stadt Bellinzona. Dort ging es in die Jugendherberge.
7. Tag Bellinzona - Göschenen ca. 70 km, 1400 HM.
Mit meinen Luzerner Freunden verabredete ich mich in 2 Tagen, so daß ich mir dachte, ich bin jetzt gewohnt jeden Tag zu fahren, also fahre ich mal Richtung Luzern. Mein Ziel war eigentlich Airolo (kurz vor dem St. Gotthardpass), wo ich keine gute Unterkunft fand. Inzwischen war ich ganz schön fertig. Ich merkte meinen Rücken und mein Knie, also beschloss ich mit der Bahn durch den Gotthardtunnel zu fahren und auf der anderen Seite, in Göschenen eine Unterkunft zu suchen. Das klappte auch alles gut.
8.Tag Göschenen - Luzern ca. 90 km, 1000 HM.
Das Wetter wurde besser und nach ausgiebigen Frühstück fuhr ich diesmal nur Asphalt, denn ich hatte mich nachmittags in Luzern angekündigt.
Anfangs ging es schön runter, jedoch am Vierwaldstätter See sammelte ich doch noch ein paar Höhenmeter.
Fazit: Ich fand es prima, auch wenn nicht alles perfekt war. Man lernt viel dazu, das fängt an mit der Ausrüstung (welches Rad 26er/29er ? Fully ? Größe des Rucksackes ? Navi !!...). Natürlich macht eine genauere Streckenplanung mehr Spaß, besonders wenn auch tolle Abfahrtsstrecken dabei sind. Ich werde so was mit Sicherheit nochmal machen, auf den technische Schwierigkeitslevel achten und möglichst wenig Asphaltanteil einplanen. Gestern erzählte mir ein Radkollege, das er sogar Klettersteige mit dem MTB auf dem Rücken auf seiner Route absolvierte und dann mit wunderbaren Trailabfahrten belohnt wurde. Also, es ist vieles möglich.
Mittwoch, 25. Juni 2014
600 km Brevet
Am 07.06.2014 startete ich das erste Mal bei den Randonneuren. Da ich 2015 bei dem Highlight der Randonneure Paris-Brest-Paris teilnehmen möchte, benötige ich für 2014 ein Brevet mit dem ich mich dann voranmelden kann. Je länger das Brevet, desto früher kann man sich voranmelden (1000-600-400-300-200 km). Ich suchte mir ein 600 km Brevet (Zeitlimit 40 Stunden, keine Ranglistenwertung) aus, um schonmal ein Gefühl für eine lange Strecke zu bekommen und um auch viel zu lernen von Fahrverhalten, Gepäck, Verpflegung,...
Leider waren die Vorzeichen nicht gut. Am vorherigen Montag war ich noch bei meinem Arzt wegen einer Sehnenreizung linkes Knie, Fersenspornanzeichen. Ich sprach dann mein Brevet an, na ja begeistert war er nicht davon. Da ich am folgenden Tag auch noch Rückenprobleme bekam, war für mich die Sache eigentlich erledigt. Mittwoch, Donnerstag ging es mir wieder etwas besser und die Wetteraussichten waren phantastisch, so dass ich mich spontan am Freitag entschied, zumindest zu starten, um ein "wenig" mitzufahren. Da mein neues Komfortrennrad noch nicht geliefert wurde und mein altes Rennrad nach ca. 47000 km einen Rahmenschaden davon trug, musste ich mein Tri-Bike für so eine Strecke ausrüsten. Ich hatte nach der Arbeit viel zu tun, so dass ich mit 4 Stunden Schlaf auskommen musste, um die Bahn nach Kevelaer zu ereichen.
Schon in der Bahn ab Düsseldorf traf ich Randonneure, mit denen ich mich austauschen konnte.
Die Startbesprechung in Twisteden
Ich startete in der 1.Startgruppe(25 Teilnehmer) um 8 Uhr. Da ich noch kein Navi-Gerät habe, musste ich bei irgendeiner Gruppe mitfahren, um die Strecke überhaupt zu finden. Da ja noch andere Startgruppen folgten, konnte ich mich notfalls zurückfallen lassen.
Es wurde ein Tempo angeschlagen, was ich niemals vorne im Wind(Gegenwind)gefahren wäre, aber in der Gruppenmitte ging es. Mir war dann schnell klar, ich bin wohl bei den "Schnellen" gelandet. Man musste sehr aufmerksam fahren, pinkeln war nicht drin, die Gruppe wäre weg gewesen. Wir fuhren durch Holland, irgendwo bei Aachen wurde es dann hügeliger. Es ging dann nach Belgien und von dort in die Eifel. An einigen Kontrollstellen, z.B. Kioske, Tankstellen mussten wir unsere Brevet-Karte stempeln lassen mit Uhrzeit und Unterschrift, da konnte man zum Glück auch mal wieder pinkeln gehen:-)
Inzwischen ist die Gruppe kleiner geworden, ca. 8-10 Leute. Mir war klar, das dieses Tempo auf Dauer für mich zu schnell ist. Nach dem härtesten Anstieg in der Eifel war ich dann auch letzter der Gruppe und fuhr dann bei der Abfahrt mein Tempo runter. Ich wartete in einem kleinen Ort auf einen nachfolgenden Fahrer und wir gingen dann erstmal entspannt Kaffeetrinken.
Wir trafen dann noch weitere Versprengte der 1. Gruppe und es wurde wieder zügiger gefahren (zügig = über 30er Schnitt, lockerer = unter 30er Schnitt, ohne die Pausen). Da wir streckenmässig eine große Acht fuhren, kamen wir nach ca. 350 km in die Nähe des Startortes zu der einzigsten Verpflegungsstelle, nähmlich bei dem Veranstalter Moni+Michael zu Hause. Wir sollten eine halbe Stunde vorher anrufen, und wurden dann mit leckerem Essen verwöhnt.
Hier nun ein paar Bemerkungen zu den verschiedenen Teilnehmern.
Peter fuhr mit einer großen Messengertasche auf dem Rücken. Er holte ab und zu Würste zum Essen heraus und hatte einige Wasserflaschen darin, aber nicht zum Trinken, sondern zum Duschen während der Fahrt. Auch rauchte er bei jeder Pause eine Zigarette. Aber täuscht euch nicht, er konnte im leicht welligem Gelände unglaublich Gas geben. Er motivierte mich, stieg allerdings dann spontan an der Verpflegungsstelle aus.
Auffällig war auch ein Fahrer, der ohne Helm fuhr, aber sehr kommunikativ war. Er trainierte für ein 1200 km Brevet in Israel und zog sein Training in der schnellsten Gruppe durch. Auch dieser Liegeradfahrer war im Flachen unglaublich schnell, er holte uns kurz vor der Pause ein. Schließlich musste er sein 14 kg - Rad auch die steilen Anstiege in der Eifel hochtreten.
Nach einer längeren Pause bei Moni+Michael wollte ich mit einer größeren Gruppe durch die Nacht fahren.
Das klappte anfangs ganz gut. Plötzlich hörten wir noch "Halt" und bevor wir uns versahen, war ein Großteil der Gruppe weg. Der Kollege (siehe vorheriges Foto, kennt Jochen vom RATA, trainiert für Tour de Tortour) fuhr mindestens eine halbe Stunde vorne und war, mit Recht etwas angesäuert, das die Anderen kaum auf uns gewartet haben. So mussten wir zu Dritt (mit einer echt starken Frau, die oft vorne fuhr) den Rest der Strecke bewältigen. Oft stoppten wir, um etwas zurückzufahren, weil die Navis manchmal recht langsam reagieren. In der Nähe von Amsterdam fanden wir die Kontrollstelle nicht und ließen uns von einem Privatmann mit seinem Geschäftstempel quittieren, das wir tatsächlich da waren (mindestens eine halbe Stunde verloren). Ich habe nur einen Kaffee (ausnahmsweise bei Mc Do) getrunken. Die letzten 120 - 130 km fuhren wir durch. Unsere Fahrgeschwindigkeit hat sich unwesentlich verringert, jedoch durch die Streckensuche kalkulierten wir lieber mit einem 25er Schnitt. Auf den Fahrradautobahnen kamen dann ab und zu "frische" holländische Radsportler angedüst. Nun gut, da fuhr man dann auch wieder schneller (31-34er). Zwischen 12.30 und 13 Uhr waren wir endlich im Ziel, nach ca. 28/29 Stunden (die genaue Zeit bekomme ich irgendwann mit der Brevetbescheinigung). Mein Tacho zeigte mir einen Fahrschnitt zwischen 27/28 kmh an und 626 km an. Die Gruppe, die wir verloren hatten, war ca. 1 Stunde früher im Ziel (kannten die Strecke besser) und die schnellste Radgruppe (1.Startgruppe, mit denen ich anfangs fuhr) waren über 3 Stunden früher da, wobei ich hörte, das da einige nach der Hälfte aufgegeben hatten.
Mein Fazit: Ich bin froh, das ich das mit meinen Blessuren geschafft habe. Müdigkeit hielt sich in Grenzen. Ich hatte extreme Taubheitsprobleme (Unterleib und Hände), was auch an dem Rad lag (keine Komfort-Geometrie). Teilweise nette Leute, aber manche auch sehr eigenwillig. Also die MTB-Szene wirkt auf mich lockerer, entspannter und lustiger. Gut ich muss zugeben, auf einige wirkte ich wohl auch etwas speziell, kommt da mit einem Zeitfahrrad, hat sich kaum vorbereitet (einmal 200 km RTF gefahren), klagt über seine Wehwehchen, aber ich war wenigsten immer lustig drauf. Im nächsten Jahr muss ich die ganze Brevet-Serie fahren, um bei Paris-Brest-Paris mitmachen zu können. Da werde ich die Randonneure besser kennen lernen.
Sonntag, 25. Mai 2014
Shark Attack Bike Festival 10.05.2014
SKS Shark Attack Marathon
Ca. 900 Mountainbiker gingen am Samstag Morgen an den Start, um beim SKS Shark Attack Marathon auf bis zu 97km und über 3000 Höhenmeter zu absolvieren. Die Wetterbedingungen versprachen nichts gutes. Bei fast ununterbrochenen Regengüssen wurde die Strecke zur Matschbahn. Durch die aufgeweichten Untergründe musste selbst die Expo kurzfristig umgeplant werden und der Zieleinlauf eher provesorisch umverlegt werden. Matschverschmiert kamem dann die ersten Kurzstreckler ins Ziel, die teils unkenntlich waren. Bis 13:45 Uhr hatten die Langstreckler die Chance auf die 2. Runde zu fahren, wobei auch viele bereits vorher ihre Weiterfahrt unterbrochen hatten. Die Verhältnisse gingn an die Grenzen von Mensch und Material. Dennoch kam es kaum zu ernsten Unfällen und Verfahrungen. Durch die permanente Kontrolle der Streckenabsperrung war ein Verfahren kaum möglich. Die Sportler waren mit der Organisation bestens zu frieden und werden wohl hoffentlich beim nächsten SKS Shark Attack Marathon bei hoffentlich besserem Wetter wieder den Weg zu uns finden.
Ich bekomme mein Dauergrinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Was sehen wir fertig, glücklich und verschlammt aus. Bei dem Wetter war es völlig egal, mit welcher Platzierung oder mit welcher Zeit man ankam (ich war ca. 4 Min. früher im Ziel, dann kamen Eric und der Rest der 60 km / 1800 HM Truppe). Da wir alle recht nahe zusammen lagen, machte es viel Spaß sich direkt dannach auszutauschen und mit der Löschkanone das Rad abzuspritzen. Auf den letzten steilen Trails, ein Schlammbrei mit Steinen und Wurzeln, fuhr ich garantiert am langsamsten runter. Ich kann mich an 3 Stürze erinnern, die zum Glück harmlos verliefen, sogar im Nachhinein etwas lustiges hatten, zumal ich da wie ein Käfer mit einem Schuh noch in der Bindung fluchend im Schlamm zappelte. Die nachfolgenden Fahrer erkundigten sich immer ob alles ok sei und einige zeigten mir dann sehr anschaulich wie man solche Passagen fahren sollte, mit vollem Schwung in den "Brei" hinein und durch.
Ich bedanke mich bei CEMEX für die Teilnahme. Es war wieder eine sehr sympathische Truppe am Start.
Sportlich war die Platzierung nicht so toll, 16. in der Sen 3 Klasse. Bin ein bißchen verwöhnt mit meinen 3. und 4. Platz im letzten Jahr. Aber im Nachhinein hat es Spaß mit der Gruppe gemacht, auch wenn ich bei den sehr steilen Anstiegen meine Gelenke ganz schön merkte.
Mittwoch, 6. November 2013
Templerrun - Epilog
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| Fertig!!!! |
Der erste Läufer, Laurent Lorblanchet (4-mal Gewinner auf dieser Strecke), hat das Ganze in 6:43 Stunden bewältig. Die erste Frau, Nuria Picas (zum 2. Mal Gewinnerin), eine Spanierin, hat in 7:57 Stunden die Ziellinie erreicht. Knapp 7 Stunden vor mir! Eine Lappalie! Wir sind 1901. von 2800 Teilnehmen. Davon sind aber nur 1981 ans Ziel gekommen. Der Lauf gibt es jetzt seit 19 Jahren. Die Landschaft ist einmalig. Die Orga ist sehr gut, die Strecke ist sehr anspruchvoll für Flachländer wie wir und sehr gut gekennzeichnet auch im Dunkeln. Man bekommt eine Menge für das kleine Startgeld: 2 T-Shirts, 1 Buch, 1 Trinkflasche aus Blech, eine Medaille, einen After Race Essen und zu guter Letzt jeder Menge Anerkennung der Bevölkerung in der Legende der Templerunfinisher eingetreten zu sein!!
Video ohne Gemarechte!!
Wer gerne sehen will, wie Profis bei so ein Rennen supportert werden, hier noch, Templier bei 9:25 anschalten. Davor andere Rennen zu sehen, die am WE stattgefunden haben
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