Montag, 28. September 2015

Schwarzwald Ultra Radmarathon 20.Sep.2015

Ein wunderbarer Saisonausklang mit dem Firmenteam von CEMEX. Hans hat mal wieder alles toll organisiert. Wir fuhren in einem Support-Bus vom Axel.
Auch hier war die Stimmung bestens.
Wir waren 19 Fahrer. Einer fuhr beim Startschuss los und kam auch als erster an. Ein paar fuhren die kurze Strecke (82 km 1250 HM)und wir anderen fuhren die ersten Anstiege erstmal zusammen. Es wurde immer gewartet bis alle da waren. Hans hatte dann leider auch noch einen Platten.
Die Versorgungs - und Kontrollstellen waren gut bestückt mit Getränken und verschiedenen Speisen.
Nach 4 Anstiegen fuhren einige eine Abkürzung, um sich den langen und steilen Kandelanstieg zu sparen. Sie sind dann bis zum Ziel doch fast 200 km gefahren.
Zu sechst fuhren wir dann die lange Strecke, 233 km 4070 HM. Alle sehr gute Radfahrer, besonders Peter fuhr für alle sehr oft im Wind, so dass einige Fahrer bei Verpflegungspunkten bei unserem "Zug" mit aufspringen wollten. Mir ging es am Kandelanstieg auch nicht so gut, da merkte ich doch, das ich weniger Anstiege trainiert habe. Jedoch so gegen Ende der Strecke war ich wieder gut drauf und hätte da keine Probleme gehabt noch weiter zu fahren.
Mein Rad wurde ein wenig belächelt, weil ich etwas mehr Gepäck dabei hatte, als die anderen. Ich fuhr eben im Randonneur-Stil.
Im Ziel. Das ganze war kein Rennen, man startete, wie bei einer RTF, in einem kurzen Zeitfenster. Ein toller Jahresabschluß

Donnerstag, 10. September 2015

PBP 2015 - die Sendung im NDR

PBP - die Sendung im NDR Ein Kamerateam des NDR hat unter anderem Claus Czycholl, den Begründer von Audax Randonneurs Allemagne, auf seiner siebten Teilnahme bei Paris-Brest-Paris begleitet. Am Sonntag, den 13. September 2015 um 23:35 bis 00:05 Uhr wird die Sendung ausgestrahlt. Alle, die selbst die Erfahrung gemacht haben, was es bedeutet, die 1200 Kilometer lange Strecke aus eigener Kraft zu bewältigen, werden den Beitrag sicherlich mit höchster Spannung verfolgen. Eine kurze Vorschau gibt es unter folgendem Link: www.ndr.de/fernsehen/sendungen/sportclub/Das-aelteste-Radrennen-der-Welt,sendung418306.html

Montag, 31. August 2015

Nachtrag PBP 2015

Sehr schöne Fotos, die die Atmosphäre ganz gut einfangen. http://stories.strava.com/parisbrestparis
Erste inoffiziele Ergebnisliste unter http://axel-koenig.com/results/pbp2015 Demnach wäre ich noch unter den ersten 300 (291.) von ca. 6000 Startern.

Donnerstag, 27. August 2015

PBP 2015 - 4.Teil

Habe gerade von Jonas (Helfer und Freund von Julian) eine E-Mail bekommen mit einer Aufzeichnung von Julians Start aus der Egoperspektive (2 Std.). https://www.youtube.com/watch?v=c5DrdSyISW4
Weiterhin habe ich noch Fotos vom Veranstalter miteingebaut vom 1. Teil an. Fazit: Das Wetter war ungewöhlich gut. Kein Regen. Robert schrieb eine Woche später aus der Bretagne, sie hätten Dauerregen und Windgeschwindigkeiten von fast 100 kmh, da wäre an Radfahren gar nicht zu denken gewesen. Der Straßenverkehr hielt sich in Grenzen. Der Start lief prima, wir wurden mit Autos und Motorrädern, ohne groß halten zu müssen, aus dem Stadtgürtel heraus eskortiert. Auch in manchen Dörfern, ließ man uns durchfahren, sperrte den Verkehr. Nachts musste man schon aufpassen, denn da fuhren LKWs recht schnell, auch auf den schmalen Straßen. Die Unfälle, die ich sah, waren meist unter Radfahrern, besonders wenn eine große Radgruppe eine andere Gruppe überholte, gab es immer sehr brenzlige Situationen. Die Atmosphäre der Zuschauer und der Bevölkerung war spitze. Man hätte überall Hilfe bekommen, sei es mal auf Toilette zu gehen, einen Kaffee zu trinken oder sich mal schlafen zu legen. Die Stimmung unter den Randonneuren war größtenteils hervorragend. Man hatte so ein Zusammengehörigkeitsgefühl, egal welcher Nationalität. Ich denke mal die etwas eigenartigen Erlebnisse, haben bei vielen mit der Erschöpfung und Müdigkeit zu tun. Beispiel: wenn mich Deutsche überholen, die an meinen Rad - und Klamotten sehen, das ich auch Deutscher bin, nicht grüßen und so überholen, das ich ja nicht in den Windschatten komme und dann 20 m vor mir das gleiche Tempo fahren. Ich grüßte jeden und so ergaben sich immer sehr nette Fahrgemeinschaften, wo jeder davon profitierte. Statistisch kann ich noch gar nichts schreiben, das dauert wohl noch (wird noch nachgeliefert). Ich habe gehört es gab einen neuen Streckenrekord 41/42 Stunden. Habe ein Gespräch von einem sehr guten Deutschen mitbekommen, der unter den ersten 20 wohl war, er schaffte die Strecke in 45 Stunden. Kaum vorstellbar, da brauchst du wohl ein großes Helferteam, um dich herum. Ich habe mir die Zeiten einiger Brevet-Kollegen angesehen und war überrascht, das ich schneller war. Ich bin kein besserer Radfahrer, ich brauche weniger Ruhephasen. Das ich 3 Nächte ohne Schlaf auskam, hat mich auch überrascht. Insgesamt ein tolles Erlebnis, das ich nicht vergessen werde.
Kleine Familienfeier mit Marzipantorte

Dienstag, 25. August 2015

PBP 2015 - 3.Teil

Nach der 2. Nacht merkte ich so ab dem Nachmittag, das ich sehr konzentriert fahren musste. Ich griff z.B. vom Oberlenker auf Unterlenker, oder auch anders herum, sehr focusiert um, nur bei ungefährlicheren Situationen, also nicht bei schnellen Abfahrten oder sehr holprigen Straßenbelag. Ich hatte das Gefühl ein kurzer Moment der Unachtsamkeit gefährdet das Ankommen. Auch versuchte ich mich anzuspornen, mantra-artig immer wieder: sei konzentriert. Am späten Nachmittag kam dann nochmal eine gefährliche Situation, ich sah Leute am Rand, die gar nicht da waren und ich merkte, das ich kurz vor einem Sekundenschlaf war. Ich stoppte sofort und legte mich ins Gras und auch da reichten 10 Minuten Entspannung, um mit einem besseren Gefühl weiter zu fahren.
Inzwischen spekulierte ich schon mit meiner Ankunftszeit, habe ich mir doch ausgerechnet, das sogar die 60 Stunden wackeln könnten. Die Ernüchterung folgte dann schnell. Nach den letzten Kontrollstellen in der 3.Nacht fuhren ja kaum Fahrer weiter. Also bin ich oft alleine erstmal losgefahren, in der Hoffnung es kommen noch welche. Mit meinem Lichtsystem konnte ich kaum die ausgeschilderte Strecke finden. Zum Glück traf ich einen Franzosen mit dem ich sehr gut harmonierte. Ich entdeckte die Schilder schneller und er hatte ein super Lichtsystem, so dass wir sehr zügig fahren konnten bis zu einer sogenannten Geheimkontrolle, die sehr schwer zu finden war. Mit Hilfe einiger versprengter Randonneure fanden wir (GPS sei dank) die Kontrolle. Da verlor ich den Franzosen aus den Augen. Ich folgte einer Kleingruppe, die sich auch per GPS orientierten. Nun dachte ich, wir fahren vielleicht nur noch 1 Stunde nach Paris und ließ mich deshalb nicht von dem Tempo schocken. Ein unglaublich starker Belgier führte uns, irgendwann schaffte ich es gerade noch in seinem Windschatten zu bleiben. Hinter mir folgten zwei Ukrainer und ein Däne. Wir waren voll am Limit. Hindernisse konnte ich gar nicht mehr anzeigen, weil ich die Hände nicht vom Lenker nehmen konnte. Auch folgten sehr steile kurze Rampen, wo ich den kleinsten Gang meiner Kompaktkurbel brauchte. Der Belgier war ein 100 kg Kraftpaket mit mindestens doppelten Oberschenkelumfang. Meine Füße schmerzten und ich merkte einen Fußknöchel, doch der Gedanke an das nahende Ziel ließen einem die Schmerzen wegdrücken. Diese Hammerfahrt dauerte jetzt schon 2 Stunden. Plötzlich nahm der Belgier Tempo raus, und sagte mir: wir schaffen es nicht (unter 60 Std.). Daraufhin wurden die Ukrainer wach, erhofften sie sich noch eine Chance, weil sie um 16:30 Uhr starteten, im Gegensatz zum Belgier, der mit der 1. Startgruppe um 16 Uhr los fuhr. Also ging die Raserei weiter bis ins Ziel, auch die Ukrainer verpaßten die unter 60 Std. Marke um wenige Minuten. Mir war die Zeit inzwischen so was von egal, ich war nur noch froh endlich da zu sein. Ich humpelte ins Radstadion, um meinen letzten Kontrollstempel zu tätigen. 60:16 Std./Min. war meine Zeit, viel besser als ich dachte, besonders unter den veränderten Bedingungen der Versorgung. Da ich ja So nachmittag starten wollte, musste ich die Strecke in mindestens 80 Stunden schaffen (ansonsten 90 Std.). Mein ersten Ziel war natürlich zu finishen. Zeitlich erhoffte ich unter 70 Stunden zu bleiben. Der Belgier gab mir noch ein Bier aus, vielleicht auch weil ich mich für Mitfahrt bei ihm herzlich bedankte. Ohne seine Hilfe hätte ich mindestens eine halbe Stunde länger gebraucht. 4.Teil folgt

Montag, 24. August 2015

PBP 2015 2.Teil

Hier noch 2 Fotos von der Hinfahrt. Kurze Pause mit Robert, Versorgung durch Patricia
Der lange Anstieg nach Brest war genau mein Ding, habe da nur noch überholt, bis ich an einer guten Gruppe dran war. Etwas langsamer dort zu fahren, wäre mit Sicherheit nicht falsch gewesen. Aber es machte einfach Spaß. Die 2. Nacht brachte genau das, was mir einige schon erzählt hatten. Da ich ja recht weit vorne gestartet bin, kamen jetzt tausende Radfahrer im Dunkeln uns entgegen mit ihren teilweise sehr hellen und meist falsch eingestellten Lampen. Und das auf kleinen Straßen ohne Mittel - und Randstreifen, so dass man sehr konzentriert fahren musste. Langsamer wurde da in den Gruppen nicht gefahren. Ich hielt lieber etwas mehr Abstand und war eher in Sorge, irgendwann im Gelände zu landen. Natürlich half das auch psychologisch, denn die armen " Säcke " mussten ja noch nach Brest. Die Kontroll - und Verpflegungsstände waren jetzt sehr voll mit Randonneuren. Da hatte man jetzt mit Eigensupport einen großen Vorteil. Ich fand es aber nicht so schlimm, hatte eben etwas längere Pausen. Viele wollten schlafen und lagen wirklich überall herum. Zu den Toiletten kam man manchmal kaum noch durch. Bis dahin hatte ich ja auch meine Brevet-Kollegen aus Köln getroffen, Thomas,Micha und Angelo. Wir fuhren dann auch Teilabschnitte zu sammen, was viel Spaß machte. Ist schon toll, wenn man sich dann bei so einer Veranstaltung gelegentlich auf der Strecke trifft. Die Müdigkeit in der 2. Nacht hielt sich in Grenzen. Ich trank etwas Kaffee und mein Wundermittel: Red Bull Energie Shot. Da nahm ich aber sehr wenig. Ich hatte schon beim UTMB gute Erfahrungen damit gemacht, also keine Magenprobleme bekommen, im Gegensatz zu manch Anderen, die Koffeintabletten nahmen. Es wurde grade hell und ich fuhr alleine, da merkte ich leichtes Schwanken bei mir. Ich hielt an einer Bank an und legte mich ca. 10 Minuten in eine Rettungsdecke. Ich dachte auch, wenn ich jetzt liege, bin ich höchstwahrscheinlich mindestens 1 Stunde am schlafen. Ich konnte gar nicht einschlafen, habe das kurze liegen sehr genossen, etwas gegessen und bin direkt wieder langsam weiter gefahren. Interessanterweise war ich dann wieder konzentrierter. Anscheinend half die Kälte (ca. 10 C ) in der Nacht und in der Früh auch ein wenig, um wach zu bleiben. Zweimal habe ich allerdings sehr gefroren, als ich wieder losfahren musste. In meinen Supportboxen hatte ich auch lange Radhosen, Jacken und lange Handschuhe deponiert, doch an die kam ich ja nicht mehr ran.
Was war bisher mit unseren Teammitgliedern passiert. Robert, der erstmal länger geschlafen hat, startete nicht mehr wegen angeschwollenen Knien. Da blieb noch Matthias, der weit vor mir fuhr. Er merkte auch die Müdigkeit durch leichtes Schwanken und wollte sich noch zur nächsten Verpflegungs/Kontrollstelle retten, doch dann berührte sein Gesicht ein parkendes Auto. Erstaunlicherweise fing er den Sturz ab, kam aber dann blutend zu Kontrollstelle und musste vom Helferteam überredet werden ins Krankenhaus zu fahren. Er wurde genäht und versuchte nach ca. 3 Stunden nochmals einen Teilabschnitt zu fahren, doch weitere Kopfschmerzen veranlassten ihn dann doch zum Abbruch, was sehr vernüftig war. Ich erfuhr das alles natürlich nicht zeitgleich, sonders erst im Ziel.
Inzwischen fuhr ich nicht mehr in größeren Gruppen, sondern öfters alleine mein eigenes Tempo oder wenn es sich ergab, mit einzelnen oder Kleingruppen zusammen. Wir wechselten uns dann gegenseitig ab in der Führung. Ich hatte da sehr netten Kontakt zu Spaniern, Holländern und Briten. Einen Fahrer muss ich mal erwähnen. Er fuhr sehr elegant mit einer langsamen aber sehr gleichmässigen Trittfrequenz. Er fuhr ohne irgendwie erkennbare Anstrengung. Ich fuhr also etwas näher heran und spitze meine Ohren, in der Erwartung, den versteckten Elektromotor zu hören. Doch da war nichts. Was ich dann zu meiner Überraschung sah, er fuhr ein Single-Speed (Eingang Bahnrad). Ich zollte meinen größten Respekt, es war ein netter Brite. Die Anstiege fuhr er uns davon, bei den Abfahrten holten wir ihn uns wieder. Und man glaubt es kaum, ich sah ihn im Ziel. Er war vielleicht etwas länger unterwegs. 3.Teil folgt

Sonntag, 23. August 2015

PBP 2015 - 1230 km in 60:16 Std/Min - 1.Teil

Dank Vermittlung von Axel durfte ich für das Heinemann-Team starten. Am Sa(15.08.) früh fuhren wir nach Paris. Schon im Bus, später im Hotel, wurde viel gefachsimpelt über PBP. Ich holte mir natürlich viele Tipps. Abends gingen wir fast alle in Versailles libanesisch Essen und hatten viel Spaß.
Strategien wurden dauernd umgeschrieben. Wir waren 6 Fahrer, 4 Helfer. Wir Fahrer konnten 2 Boxen mit unserem Eigenmaterial befüllen. Das Helferteam fuhr dann mit 2 Autos vor zu den Kontrollstellen, wo wir an unsere Boxen dran kommen sollten. Die Autos durften dabei nicht auf der PBP-Strecke fahren sonst gibt es direkt eine 2-Stunden-Strafe für die Randonneure. Da wir alle zu unterschiedlichen Zeiten starteten (1.Start 16 Uhr, mein Start 16:15 Uhr, dann kamen welche um 16:30 Uhr und zum Schluß Robert um 16:45 Uhr), gestaltete sich die Versorgungsplanung sehr kompliziert. Mein Teamkollegen kalkulierten mit Zeiten, die für mich zu schnell waren, zB. wollten fast alle in 22-24 Stunden in Brest sein. Da vermutete ich schon, das ich irgendwann aus der Team-Versorgung rausfallen würde. Auch das präperieren der Fahrräder und des eigenen Materials zeigte mir wie professionell da vorgegangen wird. Wir waren etwas spät dran am So nachmittag, als wir gemeinsam die ca. 10 km zum Start fuhren. Es gab auch noch Streß mit den Zielbeutel von Matthias und mir, die man nicht mehr annehmen wollte. Nun gut, man musste zu einer Zeit in seinem Startblock sein und das klappte. Ich traf da direkt Bekannte.
Obwohl ich wußte, dass sehr schnell losgefahren wird, kann man sich dem Sog kaum entziehen. Es starteten immer 300 Fahrer-Blöcke und man wurde super von Polizei und Helfern durch geschleust. Mein erster vorsichter Blick aufs Tacho zeigte mir eine 48 kmh(ging wohl etwas runter). Ich nahm sofort Tempo raus, allerdings knallten alle wie die Wahnsinnigen und man hatte Angst, das man gleich alleine fährt. Gut, mein Problem bekam eine überraschende Wendung. Kurz vor km 10 hatte ich an einem großen Kreisverkehr einen Platten (Hinterrad). Meine Stimmung sank raketenartig nach unten. Mit Bauchatmung machte ich mich an die Reperatur mit entsprechend viel Publikum. Ein Stahlnagel steckte noch im Mantel. Ich zog in raus und hielt ihn für mein Publikum hoch, großes Raunen. Verzweifelt versuchte ich möglichst viel Bar mit meiner kleinen Pumpe in den Reifen zu bekommen. Irgendwann entschied ich mich loszufahren. Alle am Kreisverkehr applaudierten und ich fuhr wieder in besserer Laune weiter. Nun war ich natürlich alleine auf der Strecke und erwartete die nächste Startgruppe. Die kamen dann auch schnell angeschossen, Matthias vorne, der mir zu rief: Häng dich rein. Julian und Hans-Georg waren auch in der Gruppe. Mir viel es Anfangs sehr schwer da mitzufahren. Ich merkte auch mein Hinterrad bei den Abfahrten in den Kurven. Ich wußte ja unser Helferteam steht bei km 140, und spätestes da kann ich mein Hinterrad voll aufpumpen. Matthias und Hans-Georg wollten direkt durchfahren bis zur ersten Kontrolle bei km 220. Ich machte eine kurze Pause und fuhr mit Julian lockerer weiter. Bis dahin hatte ich einen Schnitt von 34 kmh. Nach der ersten Kontrolle waren die Kontrollabstände so alle 80-90 km. Irgendwann tauchte Robert in unsere Gruppe auf, der muss also viel schneller gefahren sein. Wir blieben zusammen, leider hatte Julian Probleme mit seiner elektonischen Schaltung und wollte langsamer fahren. Er stieg dann als erster aus und unterstützte das Helferteam. Die erste Nacht war kein Problem, wir waren ja noch relativ frisch. An einer Kontrollstelle fanden wir unser Helferteam nicht und vermuteten, das sie weitergefahren sind, weil die folgende Kontrolle nur 60 km entfernt ist und der Streckenabschnitt sehr schnell zu fahren ist. Nun gut, Robert gab mir Energieriegel und ich hatte keine halbvolle Flasche Wasser. Es ging gut, doch unser Helferteam war auch dort nicht zu sehen. Ab da organisierte es Robert so, das seine Frau Patricia uns zwei weiterversorgt. Ich wurde an den nächsten Versorgungsstellen in die bretonische Küche eingeführt. Patricia ist Französin und lebt mit Robert in der Nähe von Brest. So wurde ich auch bestens über geschichtliche und politische Hintergründe informiert. An den letzten Hügel vor Brest fiel es Robert schwer, ich bremste ihn oft und gab einen lockeren Rythmus für die Anstiege vor. Er musste sich einmal für 15 Minuten hinlegen und äußerte mir, ich solle ab Brest alleine weiterfahren, denn er will erstmal länger schlafen. Ich brauchte bis Brest ca. 26 Stunden. Dort verbrachte ich wohl meine längste Pause, denn ich sah dort meine Boxen das letzte Mal und musste mich entscheiden, was nehme ich für die Rückfahrt mit. Natürlich kann man sich auch an den Kontrollpunkten oder bei dem tollen Publikum versorgen, es dauert eben ein bißchen länger. Bevor wir nach Brest kamen sahen wir noch Matthias auf dem Rückweg (er wollte unter 50 Stunden fahren), doch von den Anderen keine Spur. In Brest erfuhren wir dann, das Frank und Hans-Georg, ausgestiegen sind (Verletzung/Erschöpfung aber Bestzeit bis Brest).
Die Atmosphäre war bisher super, sowohl beim Publikum, als auch bei den Fahrern. Man lernt Randonneure aller möglichen Nationalitäten kennen. Ein Spanier wollte speziell mir unbedingt Windschatten geben, weil er beobachtete, wie ich vor Brest immer die Führungsarbeit am Berg übernahm. Erst im Ziel erfuhr ich, das das Helferteam (besonders Burkhard) mich übers Handy kontaktieren wollte und sich sorgte. Auch kam irgendwann das Gerücht auf, ich wäre ausgestiegen. Da für mich ja keine Notlage war, habe ich mein Handy ausgelassen, um den Akku zu schonen. Hätte ich doch mal machen sollen, zumal auch meine Notfallnummer getätigt wurde und Freundin/Verwandte auch nervös wurden. Ich hatte, als ich zuerst alleine von Brest losfuhr ein komisches Gefühl im Bauch, einerseits hatte man die Hälfte geschafft und das Meer gesehen, auf der anderen Seite kam ich jetzt in Bereiche in denen ich nie vorher war.

Montag, 10. August 2015

Paris - Brest - Paris 2015

Das 18. Paris-Brest-Paris Paris-Brest-Paris startet am 16. August 2015 zum 18. Mal. Mehr als 6.000 Teilnehmer werden versuchen, beim berühmtesten Fahrradmarathon der Welt die 1.200 km lange Strecke innerhalb von 90 Stunden zu schaffen. Das Besondere bei Paris-Brest-Paris (kurz PBP) ist die Atmosphäre und die Unterstützung durch die Anwohner. In vielen Dörfern stehen die Bewohner Tag und Nacht mit Tischen, auf denen sie Wasser, Kaffee und Kekse anbieten – in der Bretagne auch gerne Crêpes. Immer wieder hört man »Bravo«-Rufe oder sieht Namen von Mitstreitern in großen Lettern auf der Straße geschrieben. Im Vorfeld der Teilnahme müssen - nicht zuletzt wegen des riesigen Andrangs – einige Hürden überwunden werden. Ich habe die Brevets (200, 300, 400 und 600 km Brevets) alle von Troisdorf-Spich aus bewältigt. Es waren immer nette Teilnehmer, tolle Strecken und hat viel Spaß gemacht. Herausragend für mich waren das 400 km Brevet (genau 417 km), was wir in 16,5 Stunden fuhren. Die reine Fahrgeschwindigkeit war fast ein 30er Schnitt. Auch das 600 km Brevet (genau 630 km), was wir in 28 Stunden schafften, hatte es in sich. Zuerst ging es in die Eifel, wo nach dem ersten langen Anstieg die Gruppen neu gemischt wurden. Ich war da zwar in der ersten Gruppe, jedoch merkte man recht schnell, das das Level da für mich zu hoch war (sehr gute Fahrer, einer wurde als einer der besten Deutschen Langstreckler bezeichnet). Wir fuhren dann zu sechst recht gut zusammen, nach dem Ruhrgebiet ging es dann zu viert weiter durch das Sauerland.
Mit Thomas und Micha im Ziel
Unser guter 4. Man, Angelo
Die schnellen Liegeräder
Hier bei einem kurzen Stop

Mittwoch, 13. August 2014

Sauerland eXtreme Radmarathon, 254 km / 4000 HM

"Die Streckenführung des Sauerland eXtreme ist nicht ohne. Nicht extrem lange Steigungsstücke sind die Schwierigkeit dieses Radmarathons, sondern die Vielzahl der Steigungen auf der gesamten Streckenlänge, die es zu überwinden gilt. Ist der Hinweg nach Winterberg noch von einer langen Einrollphase mit anschließenden gleichmäßigen Steigungen geprägt, heißt es auf dem Rückweg immer beider Hände am Lenker zu behalten, die Augen auf die Straße richten und vorsichtig/defensiv fahren. Plötzliche Richtungsänderungen, kurze aber heftige Steigungen hinter einer Kurve von bis zu 19 % verlangen von allen Teilnehmer/innen bis zum Schluss alles. Selbst etwa 4 km vor dem Ziel, wenn Mann/Frau mit den Gedanken vielleicht schon unter der wohlverdienten Dusche steht, heißt es noch einmal aus dem Ruhrtal hinauf nach Sölderholz. Wurde am Morgen, kurz nach dem Start die gleiche Erhebung noch locker bezwungen, muss jetzt nach rund 250 Km, der innere Schweinehund noch einmal bezwungen werden, um noch einmal, ein letztes Mal alles zu geben" (Dies eine kurze Beschreibung des Veranstalters der Strecke).
Ich startete mal wieder für das Cemex-Radsportteam (siehe Foto, ein Teil der Truppe). Da mich Axel in seinem speziellen Radbus von Köln - Holweide aus mitnahm, wollte ich ihn nicht zu lange warten lassen und startete auch um 6.30 Uhr mit den schnellen Cemex-Leuten, da ich wusste, das ein Großteil der Cemex-Gruppe um 7 Uhr erst starten wollte. Mir war von Anfang an klar, das ich nur einen Teilabschnitt mit den Leuten fahren kann. Wir waren zu fünft und nach einer kurzen Findungszeit ging es richtig los. Ich kam mir vor, wie in einem Sprinter-Express. Axel, der noch vor mehreren Wochen die Zweier-Team-Wertung beim RAAM gewonnen hat und Peter, der immer mit den stärksten Leuten z.B. beim Rad am Ring startete, gaben das Tempo vor. Wir rauschten an jeder Gruppe vorbei und einige sprangen auf den "Zug" auf. Anfangs machte das schon Spaß, ich musste ja nicht vorne fahren (hätte ich auch nicht gekonnt). Irgendwann war der Erste von uns weg (Kumpel von Axel, dem es irgendwie nicht gut ging und anhand seiner Watt - und Pulsdaten in Winterberg ausstieg). Andy, den ich auch von verschiedenen Events kannte (Rennrad,MTB)signalisierte mir Solidarität, wenn ich mein eigenes Tempo fahren will. Zuerst dachte ich ja noch, ich bleibe noch bis Winterberg dran (ca. 125 km), dann hatte ich Bedenken, das ich völlig überzocke, und meinte 100 km wäre für mich ja auch ok. Zum Wetter sei gesagt, das wir dem schlechten Wetter nachfuhren. Anfangs tröpfelte es ein wenig. Im Sauerland schüttete es ordentlich. Ungefähr bei km 95 musste ich mein Tempo fahren, sonst wäre ich irgendwann "geplatzt". Bis dahin hatte ich auf meinem Tacho einen 34er Schnitt im normalen Straßenverkehr mit einigen Höhenmetern dazu. Andy fuhr mit mir, war aber noch fitter, besonders bei den Abfahrten auf den nassen Straßen. Die Verpflegungsstellen waren hervorragend bestückt. In Winterberg bekamen wir sogar eine warme Mahlzeit, in die ich ordentlich Salz streute, weil ich Angst vor Krämpfen hatte. Besonders das Wetter in Winterberg war extrem. Ich zog eine 3/4 Regenhose und Regenjacke an und sah, wie andere froren. Einige, auch Andy, organisierten sich Plastiktüten für Körper/Socken. Nach Winterberg wollte ich kein Risiko mehr eingehen und ließ Andy lieber fahren. Ich fand ein paar andere Leute, mit denen ich dann ganz gut fahren konnte. Überrascht war ich dann auch, als ich an einer Verpflegungsstelle Andy noch abklatschte, aber noch mehr überraschte mich, das da plötzlich Axel und Peter rumstanden. Irgendwas stimmte da nicht. Die Beiden waren gestürzt, wobei Axel noch glimpflich davon gekommen war, aber Peter hatte in der Leistengegend Schmerzen und überlegte, ob er weiterfahren sollte. Schließlich fuhren wir gemeinsam weiter und es wurde für mich wieder richtig anstrengend, denn es gab jede Menge steiler Rampen, die ich mit meiner Kompaktkurbel in den kleinsten Gängen fuhr. Die Fahrräder der beiden hatten auch was abbekommen. Peters Schaltauge war recht verbogen und er konnte nur noch auf den mittleren Zahnkränzen fahren. Unglaublich, wie er da, trotz Schmerzen, diese steilen Rampen hoch kam. Axel schob ihn da auch ab und zu an und ich musste Gas geben, um überhaupt an denen dran zu bleiben. Wir hatten noch einen jungen Typen bei uns, der tatsächlich bei diesen steilen Abschnitten auch anschieben konnte. An der darauf folgenden Versorgungsstelle hörte dann Peter auf. Ich musste sein Rad und ihn festhalten, er wäre alleine nicht vom Rad gekommen. Er wurde vom Veranstalter abgeholt. Ich ließ die anderen Beiden fahren und fuhr jetzt bei sonnigem Wetter alleine bis ins Ziel. Endlich konnte ich mal die Landschaft geniesen, von weiten sah man die Industriemonumente eingebettet in grüner, hügeliger Landschaft. Es kam ein einzelner Radfahrer an mir vorbei und eine Gruppe noch, wo ich dann doch nochmal versuchte mich dran zu hängen, aber ich war jetzt nicht mehr im Schnellzug-Modus sondern eher im Regionalbahn-Modus. So fuhr ich alleine weiter bei recht viel Gegenwind. Letztendlich fuhr ich auch noch einer falschen Markierung hinterher (ca. 5 km, mein Fehler), bis ich dann endlich im Ziel (wieder in Dortmund) ankam. Kurz bevor wir wieder losfahren wollten (nach Verflegung, Duschen, Rad einpacken) trafen wir die anderen Cemexsportler, besonders Hans (Organisator) und Eric (Chef), konnten uns noch ein wenig austauschen und uns bedanken.
Sonderpreis für Cemex. Die Veranstaltung ist wirklich zu empfehlen. Eine tolle Strecke, sehr gute Versorgung, Makierung und für das kleine Startgeld (25 €) gibt es auch noch ein T-Shirt.

Montag, 4. August 2014

MTB - Alpenüberquerung 574 km, 12700 HM

Vom Bodensee zum Comer See und dann noch weiter ins Tessin bis in die Zentralschweiz (Luzern). Recht kurzfristig plante ich eine MTB-Alpenüberquerung. Ich fand ein paar Eckdaten eines MTB-Veranstalters, der seine Strecke als wenig befahren und landschaftlich sehr reizvoll beschrieb. Das Level wurde schon für Fortgeschrittene beschrieben, wobei noch Luft war für absolute Könner. Ich druckte mir also ein paar Daten aus und dachte mir, auch ohne Navi werde ich mit Hilfe lokaler Karten die Strecke schon finden. Sergej, der wusste, was ich vorhatte, reagierte noch spontaner und überraschte mich in Lindau, wo ich mit der Bahn anreiste. Er fuhr mit seinem Auto runter, nachdem er in kürzester Zeit seine Sachen packte. Unsere erste Unterkunft war eine Art von Backpackers, die mir gut gefiel, mit leckerem Frühstücks-Buffet. Das Wetter war recht warm und Lindau wirkte schon sehr mediterran.
1. Tag Lindau (D) - Nofels (A) ca. 76 km, 2000 HM. Obwohl wir noch darüber sprachen, wie wichtig ein lockeres Einrollen ist, wurde es richtig anstrengend. An der Dornbirner Ach bemerkten wir, das wir eigentlich in Richtung Rheintal fahren sollten. Irgendwie reizte es aber mehr, da schon über die Berge zu fahren. Es war teilweise so steil, das wir uns öfters ausruhen mussten. Wir hätten zu jeder Zeit wieder zurück fahren können, aber nein, wir wollten weiter und so wurden wir mit langen Schiebepassagen (ca. 1,5 Stunden) belohnt. An einer Weggabelung lockte ein toll aussehender Trail, der bergab führte, allerdings die schwierigste Bergpfadkennzeichnung hatte. Zum Glück waren wir hier mal vernünftig und quälten uns weiter den Berg hoch, wo wir dann mit einer langen Abfahrt ins richtige Tal belohnt wurden. Die Unterkunftssuche zog sich auch etwas in die Länge, die Touristenbüros hatten schon zu, aber schließlich fanden wir ein Hotel in Nofels (dicht an Liechtenstein).
Endlich oben
2.Tag Nofels - Gargellen ca.60 km, 1400 HM. Wir fuhren ins Montafon bei schönem Wetter. Ins Gargellental wurde es anstrengender, weil es steiler hoch führte. Diesmal funktionierte es super mit dem "Tourist-Büro". Es hatte noch auf und für uns wurde eine nette,billige Unterkunft telefonisch gebucht. Diesmal hatten wir noch gut Zeit die Sonne auf dem Balkon zu genießen. Sergej lief noch ein paar Trails (schließlich startet er ja noch beim Inferno) und kam mit frischem Ziegenkäse von einer Alm zurück. Mit östereichischem Rotwein, Tomaten und leckerem Brot ließen wir es uns richtig gut gehen.
3.Tag Gargellen (A) - Davos (CH) ca. 44 km, 1500 HM. Gleich am Morgen kurbelten wir Richtung Schlappiner Joch hoch. Es erwartete uns eine eineinhalbstündige Schiebe/Tragepassage den Gebirgspass hinauf. Oben auf 2200 m Höhe angekommen, wurden wir mit einem tollen Panorama belohnt.
Von weiten sah ich wie Sergej an den Gebirgsgewächsen zupfte und ich dachte schon, jetzt ißt er tatsächlich saftiges Almgras. Nein, er hatte heftiges Nasentropfen und stopfte sich das Gras in die Nase, in der Hoffnung auf baldigen Blutstopp. Nun denn, mit Zugabe von Schnee/Eis vom kleinen Schneefeld half es dann auch.
Ich muss dazu sagen, das Sergej einen wesentlich größeren Rucksack und ein 29er Fully hoch schleppte. Leider habe ich mich bei der "Abfahrt" verfranst. Sergej war wohl auf dem richtigen Weg, der zu einer Downhill-Piste geführt hätte. Ich sah nur an den Wegweisern, das wir nach Klosters mussten und so schleppten wir ca.500/600 HM unsere Bikes runter auf einem Gebirgsweg, der eigentlich nicht befahrbar war. Gut, ein paar Meter probierte man es dann doch. Von Schlappin aus konnten wir dann endlich wieder fahren bis Klosters Dorf, wo Sergej die Bahn zurück nach Bregenz nahm, um mit seinem Auto zurück nach Köln zu fahren. Ich fuhr weiter nach Davos, fand dort eine Jugendherberge und hatte zum Glück noch Zeit meine Kniee im Davoser See zu kühlen.
4.Tag Davos - Bivio ca. 73 km, 2000 HM. Diesmal wich ich von meiner groben Planung ab, da ich heraus fand, das mein geplanter Anstieg den höchsten, technischen Schwierigkeitsgrad hat. So fuhr ich Richtung Tiefencastel, mehr oder weniger im Tal, was aber auch teilweise heftige Trails aufwies. Einmal traf ich eine geführte MTB-Gruppe, die mir den weiteren Weg zeigte. Da konnte ich mal sehen, wie technisch gut die fuhren. Ich musste da öfters absteigen, besonders bei sehr ausgesetzten Trails, wo du keine Chance zum Stoppen oder Langsamfahren hast.
Von Tiefencastel fuhr ich Richtung Julierpass bis Bivio, was ca. 1800 Meter hoch liegt. Hier fuhr ich auch einige Asphaltwege. Das Wetter war immer noch phantastisch. Abends kam dann der erste Regen. Davor kühlte ich wieder meine Beine im eiskalten Gebirgsbach.
5.Tag Bivio (CH) - Nuova Olonio (I) ca. 80 km, 1200 HM. Zum Glück war es morgens trocken, auch wenn dicke Regenwolken zu sehen waren. Ich hatte ein wenig Sorge, da ich ja den Septimer Pass fahren wollte und wußte, das die Abfahrt schwer ist und selbst wenn man gehen muss auf nassen Felsen mit Radschuhen ist das nicht so angenehm. Auf Schotterwegen fuhr ich erstmal hoch auf 2300 m Höhe.
Das Panorama war mal wieder traumhaft. Ich begegnete einem MTBiker, der mir entgegen kam und ansonsten sah ich nur ein paar Wanderer und Almhüter.
"Der anschließende Trail bis nahe Casaccia erfordert erhöhte Aufmerksamkeit und lässt jedes Bikerherz höher schlagen", dies ein Zitat aus meiner Tourenbeschreibung. Ihr könnt euch denken was das heißt, ich konnte wenigsten die Hälfte mit tiefgelegten Sattel fahren. Inzwischen regnete es und ich war froh als ich endlich sicher unten war.
Weiter ging es auf fast vergessenen Pfaden, Karrenwegen (der Römer) und auch Asphaltabschnitten durch kleine romantische Dörfer erstmal bis Chiavenna.
In Italien wurde es mit Wegmakierungen und Karten wesentlich schwieriger. Ich bin bis zum Lago di Mezzola weiter geradelt und suchte dort nach einer Unterkunft und dem Zugang zum "Tracciolino", eine spektakuläre durch senkrechte Felsen verlaufende und verlassene Eisenbahntrasse. Doch selbst in den Touristenbüros bekam ich kaum Informationen darüber. Am nächsten Tag sah das Wetter nicht besser aus, so überlegte ich mir eine andere Route.
6. Tag Nuova Olonia (I) - Bellinzona (CH) ca. 70 km, 2200 HM. Zuerst fuhr ich zum Comer See, schließlich war das mein Alpenüberquerungs - Ziel.
Da ich noch Freunde in der Schweiz besuchen wollte, hatte ich schon zuhause nach einer möglichen Passbefahrung vom Comer See ins Tessin nachgesehen. Ich fuhr also an der Westseite des nördlichen Comersees entlang und versuchte noch Infos in Touristenbüros zu bekommen. Zum Glück bekam ich eine grobe MTB-Karte, anhand derer ich endlich den Zugang fand.
Von Dongo fuhr ich auf kleinen, steilen Asphaltwegen bis Garzeno. Hier gefiel es mir viel besser, als am touristischen Comersee. Den leckersten Cappuccino trank ich in einem kleinen Bergdorf. Radfahrer sah ich an diesem Tag in den Bergen nicht, nur ein paar Wanderer.
Ich konnte bis zur Rifugio San Jorio (auf ca. 2000 m) fahren, musste mich aber öfters ausruhen. Dort war ich bei dem Wetter der einzigste Gast und bekam eine leckere Gemüsesuppe. Die Leute waren so nett, das ich schon überlegte hier zu übernachten, schließlich wollte ich doch noch versuchen nach Bellinzona runter zu fahren, zumal es einigermaßen trocken war.
Vom Paso San Jorio (2010 m Grenze Italien/Schweiz) versuchte ich mal wieder einen möglichst befahrbaren Trail zu finden. Es ging höchstens mal ein paar Meter, ich musste wieder viel zu Fuß gehen. Zum Glück sah ich eine Alm mit einigen landwirtschaftlichen Fahrzeugen, da musste es bessere Wege geben. Davor überquerte ich mal zur Abwechslung eine Schneebrücke, unter der ein Bach floss.
Nach ca. 400 Höhenmeter Abstieg mit dem Rad, konnte ich sehr lange abwärts rollen bis zur schönen Stadt Bellinzona. Dort ging es in die Jugendherberge.
7. Tag Bellinzona - Göschenen ca. 70 km, 1400 HM. Mit meinen Luzerner Freunden verabredete ich mich in 2 Tagen, so daß ich mir dachte, ich bin jetzt gewohnt jeden Tag zu fahren, also fahre ich mal Richtung Luzern. Mein Ziel war eigentlich Airolo (kurz vor dem St. Gotthardpass), wo ich keine gute Unterkunft fand. Inzwischen war ich ganz schön fertig. Ich merkte meinen Rücken und mein Knie, also beschloss ich mit der Bahn durch den Gotthardtunnel zu fahren und auf der anderen Seite, in Göschenen eine Unterkunft zu suchen. Das klappte auch alles gut.
8.Tag Göschenen - Luzern ca. 90 km, 1000 HM.
Das Wetter wurde besser und nach ausgiebigen Frühstück fuhr ich diesmal nur Asphalt, denn ich hatte mich nachmittags in Luzern angekündigt. Anfangs ging es schön runter, jedoch am Vierwaldstätter See sammelte ich doch noch ein paar Höhenmeter.
Fazit: Ich fand es prima, auch wenn nicht alles perfekt war. Man lernt viel dazu, das fängt an mit der Ausrüstung (welches Rad 26er/29er ? Fully ? Größe des Rucksackes ? Navi !!...). Natürlich macht eine genauere Streckenplanung mehr Spaß, besonders wenn auch tolle Abfahrtsstrecken dabei sind. Ich werde so was mit Sicherheit nochmal machen, auf den technische Schwierigkeitslevel achten und möglichst wenig Asphaltanteil einplanen. Gestern erzählte mir ein Radkollege, das er sogar Klettersteige mit dem MTB auf dem Rücken auf seiner Route absolvierte und dann mit wunderbaren Trailabfahrten belohnt wurde. Also, es ist vieles möglich.